Noch bis zum 19. November zeigt die Galerie „der kunstbetrieb“ Malerei, Grafik und Fotografie der Dortmunder Künstlerin Anke Droste. Nach ihrer Ausstellung „flachwurzeln“ im Torhaus Rombergpark Anfang des Jahres stellt sich Droste in ihren Werken die Frage: In wieweit kann jemand „frei“ sein?
„Freiheit“ ist ein oft gebrauchter und auch missbrauchter Begriff. So heißt es in einer Werbung „Die Freiheit nehm’ ich mir“, aber welche Freiheiten kann man sich einfach nehmen und welche Bindungen sind positiv für den einzelnen? Gibt es so etwas wie absolute Freiheit? Schließlich gibt es auch Dinge, für die man sich freiwillig binden lässt. Beispielsweise in einer Beziehung, die ohne eine Bindung ja überhaupt nicht denkbar wäre. Weitaus stärker sind jedoch die Bindungen, die eher Zwängen gleichen wie der Job oder Verpflichtungen.
Drostes Einstieg in das Thema war eine Geschichte von Ilse Aichinger, in der ein gefesselter Mann alles machen konnte, was er wollte, aber als die Fesseln gelöst wurden, unfähig war, irgendetwas zu tun. „Man braucht eine Verankerung, ansonsten weiß man nicht, was man tun sollte“, so Droste. Auch Sartres, „Die Hölle, das sind die anderen“ oder Camus „Sisyphos“ gehören zu ihren Inspirationsquellen.
Für die Künstlerin gibt es ein stetes Bemühen um Freiheit, gleichzeitig will der Mensch aber Bindungen haben und begibt sich freiwillig in eine Form von Unfreiheit.
Das schlägt sich vor allem in ihren Gemälden wieder, die zwar Landschaftsbilder sind, die Landschaft aber nur noch als Allegorie benutzt. Der Horizont löst sich auf, was ist Himmel , was ist Wasser: für den Betrachter nicht mehr auszumachen. In einem weiteren Bild, in dunklen Erdfarben gehalten, bewegen sich Figuren wie Lemminge auf einen Abgrund zu. Sie nutzen die Möglichkeiten, die sie haben, nicht.
Das Thema „Freiheit“ wird Anke Droste noch weiter beschäftigen. Zur Zeit arbeitet sie an Skizzen von Gemälden, auf denen marionettenartige Figuren zu sehen sein werden. Die Marionettenfäden stehen symbolisch für die Bindungen, die jeder von uns eingeht, freiwillig oder unfreiwillig.
Bei den fotografischen Arbeiten sind zwei unterschiedliche Stile zu erkennen. In der 70×50 cm großen Montage „free“ sind vier Menschen zu sehen, die aus vier unterschiedlichen Fotos stammen, die zwar „frei“ und modern scheinen, aber durch die Beschäftigung mit ihren elektronischen Begleitern doch „an die Leine“ genommen werden, somit unfrei sind.
Daneben gibt es eine Serie von kleinformatigen Fotografien, auf denen Menschen im städtischen Umfeld zu sehen sind. Es liegt am Betrachter zu entscheiden, ob sich die Freiheit der Personen an den Bildern ablesen lässt.
„Frei“
Malerei und Fotografien von Anke Droste
der kunstbetrieb
Gneisenaustraße 30
44147 Dortmund
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 10-13 Uhr und 15-18 Uhr
Samstag 11-13 Uhr und nach Vereinbarung
www.derkunstbetrieb.de
loading...
loading...








