
Präsentierten die neue Broschüre "Dortmund - Aktiv gegen Rechtsradikalismus": (v.l.n.r. Oliver Hesse von der Koordinierungsstelle, Claudia Luzar von der Opferberatungsstelle "Back Up", OB Ullrich Sierau, Hartmut Anders-Hoepgen, Sonderbeauftragter und Birgit Miemitz von der Koordinierungsstelle.
Die Stadt Dortmund möchte die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten Rechtsradikalismus verstärkt unterstützen. Gleich zu Jahresanfang wurde die Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt Dortmund mit Diplom-Sozialarbeiter Oliver Hesse noch einmal um eine halbe Stelle ausgeweitet. Das erste von ihm begleitete Projekt, eine 26 Seiten starke Broschüre mit dem Titel „Dortmund – Aktiv gegen Rechtsradikalismus“ ist jetzt erschienen.
Bei der Vorstellung der Broschüre heute im Rathaus der Stadt betonte der Sonderbeauftragte Hartmut Anders-Hoepgen: „Rechtsextremismus ist nicht nur ein Problem von sogenannten „Hochburgen“ wie etwa Dresden, Dortmund oder Köln, sondern ist ein gesamtgesellschaftliches Problem.“ Oberbürgermeister Ullrich Sierau erklärte: „Die Stärke der Stadt kommt aus seiner Vielfalt der Lebensentwürfe. Feinde der Vielfalt sind nicht akzeptabel. Unser Ziel ist, Dortmund soll Nazi-frei werden. Wir müssen sie „abkapseln“und ihnen den Nährboden entziehen.“
Zur Broschüre erläuterte Hesse: „Diese Broschüre ist als Handreichung für alle gedacht, die sich mit dem Thema Rechtsradikalismus auseinandersetzten, aber auch für Menschen, die von rechtsextremer Gewalt betroffen sind und sich in dem Kampf dagegen engagieren oder es noch wollen. Es werden die wichtigsten städtischen und und zivilgesellschaftlichen Akteure, Einrichtungen und Projekte gegen Rechtsextremismus mit ihren Kontaktdaten vorgestellt.“
Eingelegt ist zudem ein Faltblatt mit einer Übersicht der für das Jahr 2012 geplanten Veranstaltungen von den aufgeführten Akteuren. Beides steht auch ab morgen als PDF-Datei im Internet unter der Adresse:www.dortmund.de Stichwort „Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ zum Download zur Verfügung
Wie schon in der Nordstadt hat jetzt auch wie von Ullrich Sierau am 6. Januar angekündigt die „Task force“ in Dorstfeld ihre Arbeit aufgenommen. „Zunächst sind erst einmal zwei Kräfte der Ordnungspartner permanent im Stadtteil unterwegs und stehen den Bürgerinnen und Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung. Weiterhin ist ein stadtweiter Runder Tisch ist in Planung, um mit allen gesellschaftlichen Kräfte im Kampf gegen Rechts Strategien zu entwickeln,“ so Sierau.
Die Stadt Dortmund nimmt zudem an dem mit 230.000 Euro geförderten Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ teil, welches auch zivilgesellschaftliche Projekte gegen Rechts für die Jahre 2011 bis 2013 unterstützt. Im laufenden Jahr stehen 90.000 Euro zur Verfügung. Oliver Wilkes von der Opferberatungsstelle „Back Up“ begleitet die Projektträger und arbeitet in vielen Bereichen eng mit der Koordinierungsstelle zusammen.
„Ein gelungenes Projekt ist zum Beispiel das vom Sportverein DJK Fortuna Karlsglück Eintracht Dorstfeld. An den Spieltagen werben ihre Mitglieder auf ihren Trikots mit dem Slogan „Integration bewegt“, so Wilkes.
Seine Kollegin Claudia Luzar erklärte zu den Aufgaben von „Back Up“: „Wir bieten den Opfern von rechter Gewalt umfassende Beratung und begleiten sie zur Polizei und bei Gericht, wir vermitteln anwaltliche, ärztliche und psychologische Betreuung und Unterstützung bei Entschädigungsanträgen.“
Die Bevölkerung im betroffenen Stadtteil soll „basisdemokratisch“ mit einbezogen werden.
„Gemeinsam mit den in Dorstfeld lebenden Menschen wurde ein sozialräumliches Handlungskonzept entwickelt, um möglichst zu verhindern, das sich rechtsextreme Strukturen verfestigen. Opfern soll zur Seite gestanden und Kinder und Jugendliche aufgeklärt und vorbeugend mit ihnen gearbeitet werden. Außerdem soll aktiv in die Ansiedlungspolitik und die Beratung der Eigentümer eingegriffen werden. Öffentlicher Raum soll zivilgesellschaftlich genutzt werden
So hat zum Beispiel die Bezirksvertretung Innenstadt-West beschlossen, alle beklebbaren Flächen mit „Sandlack“ zu streichen, auf dem Aufkleber nicht mehr haften,“ verriet Birgit Miemitz von der Koordinierungsstelle.
In Zusammenarbeit mit Exit-Deutschland wird mit 20.000 Euro aus Dortmunder Mitteln seit Herbst 2011 ausstiegswilligen Rechtsextremen oder auch ihren Familien Beratung und Begleitung angeboten.
Der Wunsch von OB Sierau ist, dass das Jahr 2012 zum „Jahr der Vielfalt „ in Dortmund wird. Das bleibt abzuwarten.







